Pumpwerk
Die Grundidee einer technischen Anlage besteht darin, dass man das Wasser zur Anlage führt. Im Fall des Zugersees bedeutet das, dass man ein Rohr tief in den See hinunterlässt und das Tiefenwasser in diesem Rohr an die Seeoberfläche drückt. Von dort pumpt man es in die Behandlungsanlage.
Das ist erprobte Technologie, welche beispielsweise am Bodensee für die Trinkwassergewinnung eingesetzt wird. So pumpt das Seewasserwerk Nonnenhorn das Wasser aus 60 m Seetiefe. in die Behandlungsstufe.
Behandlungsstufe
Das Herzstück der Behandlungsanlage sind die Wasserbecken, welche wie Schwimmbecken sein können. Aber an Stelle von Becken können auch Silos verwendet werden, in welchen die Reaktionen zur Wasserbehandlung ablaufen. Die Becken können aus Containern bestehen oder aber auch fix vor Ort betoniert.
Je länger die geplante Einsatzdauer und je grösser die Anlage ist, desto eher werden Becken aus Beton eingesetzt. Allerdings haben auch Silos ihren Reiz, da sie leicht ausgewechselt werden können und eher weniger Grundfläche benötigen. Container sind eher für eine kürzere Einsatzdauer geeignet.
Das Bild zeigt eine Anlage der Firma Huber AG mit granulierter Aktivkohle auf einer Kläranlage in Italien.
Bauart für körnige Adsorber
Wählt man eine Anlage mit körnigen Adsorbern, sei es granulierte Aktivkohle kombiniert mit Ferro-Adsorbat, so durchfliesst das Tiefenwasser zuerst das Aktivkohlebett und anschliessend das Ferro-Adsorbat. Idealerweise sind es zwei hintereinander angeordnete Becken, die nacheinander durchflossen werden.
Die ARA in Bern hat beispielsweise für ihre vierte Reinigungsstufe 20 Becken mit körniger Aktivkohle im Einsatz, ebenso verwendet die REAL in Luzern körnige Aktivkohle für diesen Zweck.
Im Bild rechts ist eines der Becken der 4. Reinigungsstufe ara region bern ag,
Bauart für gelöste Adsorber
Entscheidet man sich für die Zugabe von flüssigem Eisenchorid und Aktivkohlepulver, so benötigt man lediglich ein gemeinsames Becken. Dem Becken muss jedoch ein Filter, z.B. ein Polstoff-Filter, nachgeschaltet werden, welcher das Kohlepulver und das gefällte Phosphor aus dem Wasser entfernt.
Welche der oben erläuterten Verfahrensarten und Bauweisen für den Zugersee am besten eignet ist, kann gut mit Versuchen herausgefunden werden.
Andernorts wurden Seesanierungen gar mit Schilfteichen durchgeführt oder gar mit einer Direktdosierung von Ferro-Adsorbern in den See. Für den Zugersee sind diese Lösungen zwar wenig geeignet, aber als Beispiele geglückter Sanierungen sind sie allemal interessant:
