Hintergrundswissen

Weshalb ist Phosphor problematisch

Phosphor ist in Seen problematisch, weil er das Wachstum von Algen stark fördert. Phosphor wirkt wie ein Dünger im Wasser.

Dabei passieren folgende Schritte hintereinander:

  1. Starkes Algenwachstum: Algen und Wasserpflanzen vermehren sich sehr schnell.
  2. Weniger Licht im Wasser: Dichte Algenschichten verhindern, dass Sonnenlicht tief ins Wasser gelangt.
  3. Andere Pflanzen sterben ab., Sauerstoffmangel: Wenn die vielen Algen absterben, werden sie von Bakterien zersetzt.
  4. Dabei wird viel Sauerstoff verbraucht.: Gefahr für Tiere Fische und andere Wasserlebewesen leiden unter Sauerstoffmangel oder sterben.
  5. Giftige Blaualgen möglich: Manche Algenarten bilden giftige Stoffe, die für Menschen und Tiere gefährlich sein können.

Typische Quellen für zu viel Phosphor sind: 

  • Abwasser
  • Waschmittel (früher besonders stark)
  • Abschwemmungen bei Regen
  • Dünger aus der Landwirtschaft

Ein mit Phsophor überdüngter See  entwickelt ein Übermass an Algen.

Wie wirken Mikroverunreinigungen im See?

Mikroverunreinigungen sind problematisch, weil sie schon in sehr kleinen Mengen die Wasserqualität und Lebewesen im See beeinflussen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Medikamentenreste
  • Pestizide
  • Hormone
  • Kosmetika
  • Reinigungsmittel
  • Industriechemikalien

Diese Stoffe gelangen häufig über Abwasser oder Landwirtschaft in Seen. Probleme dabei sind die Schäden für Wasserlebewesen
Manche Stoffe wirken giftig auf Fische, Muscheln oder Kleinstlebewesen. Sie können Wachstum, Fortpflanzung oder Verhalten stören. Bestimmte Stoffe wirken ähnlich wie Hormone. Dadurch können sich zum Beispiel Fische schlechter fortpflanzen oder Missbildungen entwickeln. Viele Mikroverunreinigungen werden in der Natur nur sehr langsam abgebaut und bleiben lange im Wasser oder im Schlamm. Einige Stoffe sammeln sich in Organismen an und gelangen über die Nahrungskette weiter. 
Seen dienen oft als Trinkwasserreservoir auch für die flussabwärts liegenden Trinkwasserfassungen. Mikroverunreinigungen können die Aufbereitung schwieriger und teurer machen. Deshalb bauen viele Länder zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen ein, um solche Stoffe besser aus dem Abwasser zu entfernen.

Artikel zu Mikroverunreinigungen im Zugersee aus dem Aqua&Gas 2016 ist hier.

Weshalb sind PFAS schädlich im See?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind im See besonders problematisch, weil sie sich ganz anders verhalten als viele andere Schadstoffe: Sie sind extrem stabil und bauen sich in der Umwelt kaum oder gar nicht ab, also Jahrhunderte lang nicht. Deshalb werden sie auch oft „Ewigkeitschemikalien“ genannt. 
Wenn sie einmal in einen See gelangen, bleiben sie dort über Jahrzehnte.

PFAS können sich in Fischen, Wasserorganismen und sogar im Menschen anreichern. Je weiter oben in der Nahrungskette, desto höher oft die Konzentration., wobei am Schluss der Nahrungskette der Mensch steht.

Einige PFAS stehen im Verdacht, z. B.: das Immunsystem zu schwächen Leber und Stoffwechsel zu beeinflussen die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen möglicherweise krebserregend zu sein (je nach Substanz).

Link zur wissenschaftlichen Toxizitätsstudie ist hier. (National Library of Medicine, USA)

PFAS verteilen sich gut im gesamten See und gelangen auch in Grundwasser oder Trinkwasserquellen. Klassische Kläranlagen können PFAS nur unzureichend entfernen. Eine Reinigung ist technisch möglich (z. B. Aktivkohle oder Spezialverfahren). Kurz gesagt: PFAS sind im See problematisch, weil sie lange bleiben, sich verbreiten, sich in Lebewesen anreichern, Gesundheit schädigen und schwer wieder zu entfernen sind.

Artikel des K-Tipp 2026 ist hier.

Eines von tausenden verschiedener PFAS-Moleküle, welche an der Kohlenstoff-Kette angelagert Fluor-Atome haben an Stelle der in der Natur vorkommenden Wasserstoff-Atome


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